Agrarautomatisierung steuert Bewässerung, Düngung und Feldüberwachung gemeinsam über Sensoren, Steuerschaltschränke und Software. Ziel ist nicht nur, die Anlage zu festgelegten Zeiten zu betreiben, sondern den tatsächlichen Bedarf im Wurzelbereich der Pflanzen zu messen und Wasser zur richtigen Zeit in kontrollierter Menge in die richtige Zone zu leiten.
Daten von Bodenfeuchtesensoren, Wetterstationen und Niederschlagsmessungen werden in PLC oder industriellen Controllern verarbeitet. Sobald die Schwellwert- und Rezeptbedingungen erfüllt sind, werden Pumpengruppen, Magnetventile und Bewässerungszonen automatisch zugeschaltet. Bei ausreichender Bodenfeuchte wird die Anlage sicher abgeschaltet.
Wandelt Bodenfeuchte- und Wetterdaten in zonenspezifische Bewässerungsentscheidungen um.
Überwacht Pumpen-, Filter- und Ventilgruppen und gewährleistet so eine gleichmäßige Versorgung der Tropfer.
Erfasst Bewässerungs-, Fertigations-, Verbrauchs- und Alarmdaten zentral.
Automatisierung der Tropfbewässerung
Die Automatisierung von Tropfbewässerungsleitungen beginnt mit der Überwachung der Drücke in Haupt- und Nebenleitungen, der sequenziellen Steuerung der Zonenventile, der Durchflussmessung und der Überwachung des Filterzustands. Abweichungen zwischen erwartetem und gemessenem Durchfluss liefern frühzeitige Warnungen vor Problemen wie Leckagen, Verstopfungen oder Ventilstörungen. So wird Wasser kontrolliert direkt in den Wurzelbereich geleitet, während der manuelle Kontrollaufwand für die Teams vor Ort sinkt.
Fertigation und Rezeptverwaltung
In Fertigationssystemen werden Dünger und Nährlösung dem Bewässerungswasser kontrolliert zudosiert. Dosierpumpen, Mischbehälter sowie pH- und EC-Messungen lassen sich rezeptbasiert steuern. Freigegebene Rezepte werden entsprechend Kultur, Entwicklungsphase, Feldzone und Bewässerungsprogramm angewendet. Die tatsächlichen Verbräuche werden mit Chargen- und Zeitangaben protokolliert.
Pumpen-, Ventil- und Energiemanagement
Druckregelung, Sanftanlauf oder Drehzahlregelung, Trockenlaufschutz und Reservepumpenkonzepte sind wesentliche Bestandteile der Automatisierung von Pumpstationen. Das sequenzielle Zuschalten der Zonen begrenzt plötzliche Druckänderungen. Energie- und Wasserverbräuche können über Zähler erfasst und nach Anbaufläche, Kultur oder Bewässerungsprogramm ausgewertet werden.
Fernüberwachung und Alarmmanagement
SCADA und webbasierte Überwachungsoberflächen zeigen Bodenfeuchte, Temperatur, Niederschlag, Tankfüllstand, Leitungsdruck, aktuellen Durchfluss und Gesamtverbrauch zentral an. Bei geeigneter Kommunikationsinfrastruktur können dezentrale Stationen über kabelgebundene Netzwerke, Funk, Mobilfunkverbindungen oder industrielle IoT-Gateways an die Zentrale angebunden werden. Für kritische Zustände wie Druckverlust, niedrigen Tankfüllstand, unterbrochene Sensorverbindungen und Stromausfall stehen sofortige Alarmmeldungen und historische Aufzeichnungen zur Verfügung.
Projektspezifischer Engineering-Ansatz
Jede landwirtschaftliche Fläche unterscheidet sich hinsichtlich Anbaustruktur, Bodenbeschaffenheit, Wasserquelle, Geländehöhen und vorhandener Bewässerungsinfrastruktur. Deshalb wird die Lösung auf Grundlage einer gemeinsamen Bewertung von Vor-Ort-Aufnahme, hydraulischen Anforderungen, Messstellen, Kommunikationsabdeckung und Betriebsszenarien ausgelegt. Oskon integriert das System vom Steuerschaltschrank und der Feldinstrumentierung über die PLC/SCADA-Software bis hin zur Inbetriebnahme und zum Remote-Support in eine einheitliche Engineering-Architektur.